«Die Devise kann nicht lauten wie für den Erzengel Michael: vernichtet das Böse;
sie kann für uns Menschen nur lauten: lasst das Gute wachsen.»
(Eugen Drewermann)

Was kann man tun? 
 
Lass Dir nicht sagen, Du hättest einfache Lösungen parat, wenn dem gegenüber das destruktive System schlicht zu verworren geworden ist und einen Teufelskreis bildet.
 
Lass Dich nicht «antiamerikanisch» nennen, wenn Du darauf hinweist, dass die USA weltweit über 700 Millitärstützpunkte innehaben.
 
Lass Dich nicht glauben, Du seiest naiv, wenn Du es als sinnvoll erachtest, Bäume zu pflanzen. Die nächsten Generationen werden Luft zum Atmen bitter nötig haben, nachdem alle fünf Jahre ein Regenwald-Areal abgeholzt wird, das beinahe so groß wie Deutschland ist.
 
Lass Dich nicht abstempeln als Verschwörungstheoretiker, wenn Du danach fragst, warum 2001 in New York ein drittes Gebäude vollständig einstürzt ‒ und niemand davon redet.
 
Lass Dich nicht damit abspeisen, Du seiest zu empfindsam, wenn Du Alpträume von tot angeschwemmten Menschen hast ‒ und dies die grausame Realität widerspiegelt.
 
Lass Dir nicht einreden, Spenden brächten nichts, solange Du weißt dass 795 Millionen Menschen auf diesem Planeten Hunger leiden ‒ jetzt.
 
Lass Dir nicht entgegenhalten, vegan zu leben mache keinen Unterschied, wenn Du die Statistik kennst, dass ein durschnittlicher Deutscher im Laufe seines Lebens 1.094 Tiere auf dem Gewissen hat. 
 
Lass Dir nicht sagen, Du hättest wohl auf alles eine Antwort ‒ von Menschen, die sich vor ihrer Verantwortung und ihrem schlechten Gewissen drücken möchten, «weil sie genug wissen, um zu wissen, dass sie nicht mehr darüber wissen wollen.» (Ken Jebsen)
 
Lass Dir nicht erzählen, das Geld wäre nicht da, wenn die USA im Jahr 2015 unglaubliche 596 Milliarden Dollar in Rüstung investieren können. 
 
Lass Dich nicht ablenken, wenn Leute behaupten, Du wärest linksextrem, rechts, neurechts, braunesoterisch, «Gutmensch» oder Querfrontler ‒ wenn Du einfach gegen Krieg und Gewalt bist. 
 
Lass Dir nicht die Macht als Einzelner nehmen, denn die Menschheit besteht aus einzelnen und ist die machtvolle Mehrheit. 
 
Lass einfach. Und Du tust viel.
 
«Ich lasse einfach Dinge. Ich gehe nicht mit. Man kann unglaublich viel erreichen, indem man lässt. Indem man einfach nicht mitmacht, Schäden anzurichten.»