Ich packte an diesem lichten Frühlingstag gerade große Bücherpakete vor meinem Haus, als ich sehr deutlich Herbstlaub rascheln hörte.

Ich blickte auf, blickte in die Richtung, aus der die Naturmusik zu hören war ‒ und hielt inne: Auf der großen Hangwiese oberhalb meines Hauses, die voll mit Blättern ist, ließ der Wind einen kleinen Orkan aus Laub enstehen ‒ kreisrund tanzten die Blätter, beschrieben einen Kreis, vielleicht 5 Meter hoch und 3 breit. Die restliche weite Wiese war davon gänzlich unberührt, die anderen Blätter lagen ganz still da.

Ist dieser wesenhafte Tanz nicht wirklicher als alles sonst im Alltag? Ist er nicht reeller und unendlich stärker berührend?

Ich liebe diesen Wind,
diesen weiten verwandelnden Wind, der dem Frühling vorangeht,
ich liebe das Geräusch des Windes und seine ferne Gebärde,
die mitten durch alle Dinge geht als wären sie nicht.

(Rainer Maria Rilke)

[März 2016]